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Schwangerschaftsabbruch

Schweden: Hebammen begleiten Frauen bei Schwangerschaftsabbrüchen

Ein junges Pärchen sitzt am Wasser. Schwedische Flagge.

In Schweden übernehmen Hebammen eine zentrale Rolle, wenn es um frühe Schwangerschaftsabbrüche geht. Durch eine Kombination aus Forschung, Praxis und Vertrauen in die Fachkompetenz der Hebammen hat sich dort ein Modell etabliert, das auch über die Landesgrenzen hinaus als Beispiel gilt.

Eigentlich verlangt das schwedische Gesetz, dass Schwangerschaftsabbrüche in Kliniken stattfinden und von Gynäkolog:innen betreut werden. In der Praxis sieht das heute anders aus: Hebammen begleiten heute die Mehrheit der medizinischen Abbrüche bis etwa zur 10. Schwangerschaftswoche, während Ärzt:innen bei komplizierten Fällen zurate gezogen werden.

Das Ergebnis? Studien zeigen, dass Hebammen genauso sichere und effektive Betreuung leisten können wie Ärzt:innen – mit hoher Zufriedenheit bei den betroffenen Frauen. Die Forschung über Sicherheit, Wirksamkeit und Patient:innen-Zufriedenheit medikamentöser Abbrüche durch nicht-ärztliche Fachkräfte, wird von internationalen Expert:innen wie der schwedischen Geburtsmedizinerin und Reproduktionsforscherin Kristina Gemzell-Danielsson mitgetragen und weiterentwickelt. Sie forscht am Karolinska Institutet zu reproduktiver Gesundheit und trägt so zur Evidenzbasis bei, auf der diese Praxis beruht.

Warum Hebammen?

Der Vorteil liegt auf der Hand: In Schweden zeigen Studien, dass gut ausgebildete Hebammen medizinische Abbrüche genauso sicher und effektiv betreuen können wie Ärzt:innen, mit hoher Zufriedenheit bei den betroffenen Frauen. Sie übernehmen nicht nur die körperlichen Aspekte der Versorgung, sondern leisten umfassende Beratung – von medizinischer Aufklärung über Ultraschall bis zur Nachsorge und Verhütungsplanung. 

Für viele Frauen bedeutet das ein zugänglicheres, patientenorientiertes Versorgungserlebnis: Ein anonymer Anruf bei der Hebamme startet den Prozess, bei dem auf Wunsch ein Großteil der Abtreibung zu Hause begleitet wird – mit klaren Informationen, Schmerzmanagement und telefonischer Erreichbarkeit rund um die Uhr. 

Mehr als nur Effizienz

Der schwedische Ansatz zeigt, dass es nicht nur um Effektivität geht, sondern auch um Normalisierung und Entstigmatisierung. Die Einbindung von Hebammen in die Abtreibungsversorgung trägt dazu bei, den Eingriff als integralen Teil der Gesundheitsversorgung zu verankern – nicht als etwas, das verborgen oder marginalisiert gehört. 

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